Unternehmensnachfolge in KMU
admin 24. September 2008
These
Die Unternehmensnachfolge als ein sehr komplexer Prozess beinhaltet für die Beteiligten zahlreiche Möglichkeiten, bei der Durchführung gravierende Fehler zu machen, von denen unter Umständen jeder einzelne geeignet ist, das betroffene Unternehmen in seinem Fortbestand zu bedrohen.
Häufig wird die Nachfolge zudem dadurch gefährdet, dass die Altunternehmer das Thema zu lange völlig verdrängen und anschließend oft ungeplant oder zu schnell durchführen wollen, keine objektive Nachfolgerauswahl betreiben und den Unternehmenswert überschätzen.
Durch eine rechtzeitige und umfassende Planung der Unternehmensnachfolge, können viele dieser Fehler –und die damit verbundenen Risiken für den Altunternehmer, den Nachfolger und die bestehenden Arbeitsplätze- vermieden werden. Zusätzlich ist erst durch ein sorgfältig und frühzeitig erstelltes Übergabekonzept die steuerliche, rechtliche und finanzielle Optimierung der Unternehmensübergabe möglich.
Unternehmensnachfolge in KMU
Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sind eine tragende Säule der Wirtschaft in Deutschland. So waren im Jahr 2001 über 3,3 Millionen Unternehmen den KMU zuzuordnen. Diese stellten damit 99,5% aller Unternehmen, beschäftigten 69,7% der Arbeitnehmer, 80% der Auszubildenden und trugen zu 49% zur Bruttowertschöpfung der Unternehmen bei.
Der weitaus größte Teil der mittelständischen Unternehmen wird als Familienunternehmen geführt. In vielen dieser Unternehmen steht in den nächsten Jahren ein Generationenwechsel an. So ging etwa der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller 2002 davon aus, dass in den nächsten Jahren pro Jahr 80.000 Unternehmen zur Übergabe anstehen.
Dabei wird jedoch die Planung der Nachfolge von einer steigenden Anzahl von Unternehmern verdrängt. So hat nur jeder fünfte Mittelständler seinen Abschied aus dem Berufsleben bereits konkret terminiert, obwohl jeder Dritte bereits über 50 Jahre alt ist. Selbst von denjenigen, die bereits über ihren Ruhestand entschieden haben, hat etwa ein Drittel bislang noch keine konkrete Regelung für ihre Nachfolge getroffen.
Die Verdrängung der Nachfolgeplanung ist umso problematischer, als nur der geringere Teil der Übertragungen von Familienunternehmen aus Altersgründen erfolgt, und daher gut planbar ist. Weit über die Hälfte der Übertragungen wird durch unerwartete Ereignisse oder das plötzliche Ausscheiden des Altunternehmers ausgelöst.
Hieraus entstehen Risiken für den Fortbestand einer Vielzahl der kleinen und mittleren Unternehmen. Neben den erheblichen volkswirtschaftlichen Auswirkungen, wird hierdurch auch die Versorgung vieler Unternehmerfamilien gefährdet.
Die frühzeitige Planung der Unternehmensnachfolge ist daher eine wichtige strategische Entscheidung für das Unternehmen und bedeutet Übernahme von Verantwortung für die eigene Familie und die Mitarbeiter. Dazu gehört die Suche nach geeigneten Nachfolgern und deren rechtzeitige Einbindung in das Unternehmen, so dass der Betrieb sicher fortgeführt werden kann.
Wegen der mangelhaften Vorbereitung, wird die familieninterne Nachfolge nicht in allen Fällen gelingen. Allerdings auch in den Fällen, in denen ein Nachfolger bzw. Übernehmer zur Weiterführung des Unternehmens vorhanden ist, gelingt dieser schwierige Prozess nicht immer. Eine Unternehmensnachfolge findet im Spannungsfeld zwischen Übergeber, Übernehmer, Unternehmensumfeld und dem Unternehmen - hier insbesondere auch den Arbeitnehmern - statt. Jede der beteiligten Gruppen hat dabei eigene Wünsche, Vorstellungen und Sorgen im Zusammenhang mit den durchzuführenden Veränderungen. Darüber hinaus sind auch noch eine Reihe weiterer Interessengruppen - wie z. B. der Staat über die steuerliche oder die Banken bei der finanziellen Gestaltung zu berücksichtigen.
Aus diesen Gründen ist eine Unternehmensnachfolge ein sehr komplexer Prozess mit vielen zu berücksichtigenden Teilaspekten. Wegen des damit verbundenen hohen Risikos für den Übergeber und den Übernehmer sowie der sozialen Verantwortung gegenüber den Arbeitnehmern, ist deshalb eine gründliche organisatorische und zeitliche Planung erforderlich. Eine Vielzahl der möglichen Schwierigkeiten lassen sich mit einer sorgfältigen Planung vermeiden.
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Das Existenzgründungs - Portal des BMWI enthält ebenfalls viele Tipps, z.B. auch zur Erstellung von Businessplänen oder zu den nötigen Behördengängen.
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